Grünes Wandsbek - Oliver Schweim

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Erneuerbare Energien für Wandsbek

Das wir zukünftig nachhaltiger wirtschaften müssen und die zur Verfügung stehenden Ressourcen besser nutzen sollten, ist inzwischen vielen Menschen bewusst. Der Energiebereich spielt dabei eine wesentliche Rolle.

Es gilt als erwiesen, dass die Nutzung fossiler Energieträger wie Öl und Gas zu einem höheren CO2-Gehalt in der Atmosphäre führen. Dies wiederrum führt dazu, dass die von der Sonne eingestrahlte Wärmeenergie durch die Atmosphäre stärker gespeichert wird. Mittelfristig kommt es zu einem Anstieg der Durchschnittstemperaturen auf der Erde. Darüber hinaus stehen uns diese Energieträger nicht unendlich zur Verfügung. Wie die badische Zeitung im Aprill 2013 berichtete, geht die Energy Watch Group (EWG) davon aus, dass wir die maximale Öl- und Gasförderrate erreicht haben. Auch wenn die Internationale Energyargentur (IEA) davon ausgeht, dass die Förderraten noch bis 2035 gesteigert werden können, sind die Zeiträume beider Aussagen überschaubar.

Der durch die GRÜNEN vorangetriebene und von Deutschland eingeschlagene Weg, die erneuerbaren Energien zu fördern, ist demnach mehr als notwendig.

Leider haben CDU/CSU und SPD auf Bundesebene beschlossen das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zu überarbeiten. Sie geben der Gesetzeslage die Schuld für die hohen Energiepreise. Leider wird dabei ignoriert, dass die Preise an der Strombörse gerade durch die erneuerbaren Energien gesunken sind (Bericht des BUND). Die Energieversorger geben diese Preissenkung aber nicht an den Endverbraucher weiter, da wir in Deutschland keine ausreichende Konkurrenzsituation auf dem Strommarkt haben. Das EEG war im Begriff an dieser Situation etwas zu ändern, da sich immer mehr Bürgerkraftwerke und Energiegenossenschaften gebildet haben.

Auch wenn die Möglichkeiten in der Lokalpolitik nicht so groß sind, wie auf bundespolitischer Ebene, können wir in Hamburg-Wandsbek allerdings bei Bauvorhaben Einfluss nehmen. Dabei können wir mit Investoren die Installation von Solaranlagen (Solarthermie, Photovoltaik) oder Erdwärmeanlagen vereinbaren.

Ein kurzer Einblick in die Begriffe:

Aufbau eines Solardaches auf einem Einfamilienhaus

  • Photovoltaikanlagen:
    Mit diesen Anlagen kann aus Licht (Sonneneinstrahlung) direkt Strom erzeugt werden. Dazu werden auf den Dächern Photovoltaikkollektoren installiert, die einen Gleichstrom erzeugen. Dieser Gleichstrom wird dann durch einen Wechselrichter in Wechselstrom umgewandelt und in das Netz eingespeist.
  • Solarthermieanlagen:
    Bei diesen Anlagen wird ein Kollektor installiert durch den Wasser läuft. Dieses wird durch die Sonne erwärmt und in einem isolierten Tank im Haus gespeichert. Das Wasser kann dann zur Erwärmung des Duschwassers oder zur Unterstützung der Heizung genutzt werden.

 

  • Erdwärmeanlagen:
    Erdwärme kann zum Heizen der Gebäude genutzt werden. Dazu werden Sonden in das Erdreich gebracht. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie z.B. senkrechte Bohrungen oder in der Fläche untergebrachte Kollektoren.

Darüber hinaus besitzen die Hamburger Bezirke auch die Möglichkeit den Bau solcher Anlagen für bestimmte Baugebiete bindend mit Bebauungsplänen festzusetzen.

Hamburg ist ein Stadtstaat mit vielen Dächern. Daher bietet sich insbesondere die Installation von Photovoltaik- und Solarthermieanlagen an. Ich möchte mich daher dafür einsetzen diese Technologien im Bezirk Wandsbek bei Bebauungsplanverfahren verstärkt zu berücksichtigen. Die Investitionskosten sind im Vergleich zu den Gebäudekosten für solche Anlagen überschaubar und den Kosten stehen Einnahmen bzw. Einsparungen aus der Stromproduktion und Wärmegewinnung gegenüber. Eine Photovoltaikanlage für ein Einfamilienhaus kostet aktuell ca. 10.000 EUR und amortisiert sich mit der aktuellen Einspeisevergütung nach ca. 10 Jahren (Lebensdauer der Anlage ca. 20 Jahre)1. Nach 20 Jahren hat sich das eingesetzte Kapital dann verdoppelt. Vorgaben in Bebauungsplänen für den Bau solcher Anlagen wären also vertretbar und kämen mit einem intelligenten Konzept auch den Mietern solcher Gebäude zu Gute (z.B. durch die Gründung kleiner Energiegenossenschaften). Dadurch könnte die sogenannte "Kaltmiete", also die Nebenkosten, reduziert werden und gleichzeitig ein wichtiger Beitrag für die zukünftige Energieversorgung der Stadt geleistet werden. 

 

[1] Stand 2013