Kurz notiert

Hat die Hamburger Behörde keine Kompetenz für Solarenergie?

Bei der Beantwortung von Anfragen, die ich für die GRÜNEN an die Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) gerichtet habe, kann man sich die Frage stellen, ob in der Behörde das Wissen über dieses Thema vorhanden ist.

Aufgrund unseres Antrags am 08.12.2011 zur Nutzung von Photovoltaik auf öffentlichen Gebäuden erweckte die Behörde in einer ersten Antwort am 06.06.2013 (nach 1,5 Jahren!!) den Eindruck, dass Photovoltaik nicht wirtschaftlich sei. Legt man die Einspeisevergütungen und Preise von Photovoltaikanlagen zu diesem Zeitpunkt zu Grunde, komme ich als Diplom Ingenieur zu einem vollkommen anderen Ergebnis. Als Grundlage habe ich das Rechenmodell des Münchener Umwelinstitut genommen. Die darin genutzten Rechenverfahren kann jeder im Detail einsehen. Meine Berechnung einer Anlage in Hamburg hat für einen Inbetriebnahmezeitpunkt Mitte 2013 gezeigt, dass eine Rendite von bis zu 5% auf das eingesetzte Kapital erzielt werden kann. Und das mit einer garantierten Einspeisevergütung ohne Risiko. Wir GRÜNE hatten daher am 24.10.2013 mit einer weiteren Anfrage nachgefragt.

Aufgrund der neuen Antwort vom 12.12.2013 kann man sich fragen wieviel Sachverstand bzgl. dieses Themas in der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt vorhanden ist. Ich möchte das an folgenden Aussagen aus der Antwort zeigen:

  • Aussage der BSU: "Die bisher in der BSU bekannten Betrachtungen zur Installation von PV-Anlagen liegen in der Regel deutlich über 4.000 Euro je kWp Anlagenleistung."

Da sieht man, dass sich die BSU mit dem Bau solcher Anlagen lange nicht mehr beschäftigt hat. Für die von mir Anfang 2013 betrachtete Anlage habe ich Angebote vorliegen, die sich alle um ca. 2.000 Euro je kWp bewegen. 4.000 Euro liegt 100% über dem heutigem Preisniveau. Das kann jeder sehr leicht durch eine Internetrecherche feststellen.

  • Aussage der BSU: "Neben den Wartungskosten und den eventuellen Austauschkosten für defekte Bauteile fallen auch Versicherungskosten, die Zählermiete sowie Modul-Reinigungskosten an, um eine Ertragsreduzierung durch Blätter, Vogelkot oder Moos zu vermeiden."

Versicherungskosten entstehen nur für die Absicherung eines Ertragsausfalls, was in der Regel nur bei wirklich großen Anlagen notwendig ist, da ein Ausfall von einigen Tagen aufgrund der Laufzeit der Anlage keine großen Einbußen bedeutet. Die Anlage selbst ist als Bestandteil des Gebäudes durch die Gebäudeversicherung abgedeckt, die ohnehin für jedes Gebäude vorhanden sein muss.
Da eine Photovoltaikanlage nur aus elektrischen Bauteilen besteht, sind Wartungskosten faktisch kaum vorhanden. Modulreinigung fällt in der Regel nicht an, da die meisten Verunreinigungen bei Regen abgewaschen werden. Die Oberflächen der Module sind entsprechend gefertigt. Übrigens ist es merkwürdig, dass Blätter und Moos ein Problem sein sollen, da der Bau von solchen Anlagen in der Nähe von Bäumen wegen der Verschattung oder in Schattenbereichen in denen sich Moos in der Regel enwickelt ohnehin nicht sinnvoll wäre.

  • Aussage der BSU: "Hinzu kommt, dass der für Hamburg anzusetzende Solarstromertrag mit 800 kWh/kWp deutlich niedriger ist als der Vorgabewert des Münchner Kalkulationsschemas, der sich auf den Standort München (950 kWh/kWp) bezieht."

An dieser Aussage kann man erkennen, dass sich die Behörde das Rechenmodell nicht genau angesehen hat. Dort kann der Standort durch entsprechende Werte korrekt angegeben werden. Es wird sogar ein Link angeboten, der auf eine Datenbank verzweigt, die die durchschnittlichen Einstrahlungswerte aufgrund der vergangenen Jahre berechnet. Das Risko einer Falschkalkulation ist also sehr gering.
Ich habe das für eine Anlage in Wandsbek gemacht und bin auf 910 kWh/kWp gekommen (kann jeder hier nachprüfen). Wie die BSU auf 800 kWh/kwp gekommen ist, ist für mich nicht nachvollziehbar.

Welches Ziel verfolgt die SPD geführte BSU mit solchen Aussagen? Da mag sich jeder sein eigenes Bild machen. In jedem Fall passt das Vorgehen sehr gut zur Subvention von Braunkohlekonzernen, wie ich es kurz in meinem vorherigen Beitrag beschrieben habe. Übrigens ist meines Erachtens die Rendite nicht das einzige Ziel was die Stadt mit dem Bau solcher Solaranlagen verfolgen sollte. Schließlich geht es um den Umbau unserer Energieversorgung und den Schutz der Umwelt.

Übrigens, wer die Energiewende will, sollte die GRÜNEN bei der nächsten Wahl zur Bürgerschaft unterstützen, da dadurch auch das Gewicht der GRÜNEN im Bundesrat gestärkt wird, so dass die Energiewende auf Bundesebene eine ECHTE Energiewende wird! (der Spiegel berichtet)

 

Braunkohlekonzerne erhalten Ökostromrabatte

Das ist vollkommen verrückt. Die neue Bundesregierung erklärt, dass die Betreiber von Anlagen für erneuerbare Energien ihren Strom zukünftig selbst vermarkten müssen (auch kleine Betreiber), wodurch der Anlagenbetreiber wesentlich höhere Risiken hat. Begründet wird das damit, dass die Strompreise gebremst werden sollen. Gleichzeitig wird bekannt, dass die Braunkohlekonzerne in der Vergangenheit und auch in der Zukunft Ökostromrabatte erhalten und dadurch subventioniert werden.

So wird die Energiewende komplett gebremst und die ökologischen häufig privaten Anlagenbetreiber subventionieren die Braunkohlekonzerne! 

Danke Her Gabriel, Danke Frau Merkel!

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/hoehere-oekostrom-umlage-fuer-braunkohle-tagebau-a-943656.html

 

SPD/CDU bremsen erneuerbare Energien

Die große Koalition plant laut einem Bericht von Spiegel-Online auch kleine Anlagenbetreiber für erneuerbare Energien zur Direktvermarktung zu zwingen. Dadurch können mit solchen Anlagen wesentlich geringere Einnahmen erzielt werden. Zwar soll die Differenz zur staatlich garantierten Einspeisevergütung rückwirkend ausgezahlt werden, jedoch werden die bürokratischen Hürden so erhöht und es müssen zunächst am Markt Abnehmer gefunden werden.

Die Energiewende wird so abgewürgt!

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/energiewende-gabriel-setzt-kleinanlagen-betreiber-unter-druck-a-944174.html

 

 

Hamburg kauft Energienetz zurück

Die Volksinitiative hat nun Erfolg gehabt. Die Stadt Hamburg kauft die Energienetze von Vattenfall zurück.

Überraschend schnell hat sich Olaf Scholz mit Vattenfall geeinigt. Wie der NDR berichtet, wurde das Stromnetz für eine Summe von max. 550 Millionen Euro zurückgekauft. Die genaue Summe soll noch von Gutachtern ermittelt werden. Der tatsächliche Rückkauf des Fernwärmenetzes soll erst in 5 Jahren erfolgen. Auch hier wurden entsprechende Vereinbarungen getroffen:

http://www.ndr.de/regional/hamburg/netzrueckkauf169.html

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